Ökoflächen

Ökoflächen bilden einen wichtigen Bestandteil des Betriebes und nehmen anteilmässig die grösste Fläche ein. Neben Magerwiesen, Streuobst und Hecken werden Kleinstrukturen wie Stein- und Asthaufen, Wassertümpel und Wieselschlüpfe gepflegt und mit gezielten Massnahmen Wildbienen gefördert.

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Hecke Magerwiese Streuobstwiese
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Totholz Streuobstwiese
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Einzelbaum Magerwiese
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Steinhaufen Magerwiese
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einzelbaum Totholz

Magerwiesen

Magerwiesen gehören zu den artenreichsten Wiesen. Sie bieten beste Lebensgrundlagen für viele Arten von Insekten, Grillen, Heuschrecken, Käfern und Spinnen. Es ist wichtig, dass Magerwiesen mit einem späten Heuschnitt jährlich 1-2mal gemäht (je nach Wiesenzusammensetzung) und das Schnittgut abgeführt wird. So kann der Magerwiesencharakter erhalten werden. Mit Altgrasstreifen und gestaffelten Schnittzeitpunkten fördern wir den Artenerhalt und den Artenreichtum.

Streuobstwiesen

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Auf zwei grossen, je zwei Hektar umfassenden Flächen, wird auf dem Tognethof Streuobst gepflegt. Zu den bestehenden Obsthochstämmen wurden weitere 200 Obstbäume sowie 50 Nussbäume gepflanzt.

Streuobstwiesen bieten beste Voraussetzungen für eine hohe Artenvielfalt. Die Nährstoffknappheit durch die fehlende Düngung und die nur ein- bis zwei Mal im Jahr stattfindende Mahd bewirkt, dass keine Pflanzenart überhand nehmen kann. So können zahlreiche Arten nebeneinander existieren.

Durch den stockwerkartigen Aufbau, die Strukturvielfalt und den Verzicht auf Spritzmittel bieten Streuobstwiesen vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Die Wiesen im Unterwuchs werden auf dem Tognethof spät gemäht und nie gedüngt. Sie sind dadurch besonders arten- und blütenreich und bieten Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlingen eine reiche Nahrungsgrundlage.

Im Wurzelbereich ("Erdgeschoss") der Bäume leben Spitzmaus, Feldmaus und Igel. Zusammen mit Hasen, Rehen und Vögeln (und Wildschweinen) machen sie sich über das Fallobst her. Am Stamm wachsen Moose und Flechten und in der rissigen Rinde leben Käfer. Ökologisch besonders wertvoll sind morsche Stellen im Holz. Hier findet man selten gewordene Totholz bewohnende Insekten. In Baumhöhlen und grossen Astlöchern nisten Singvögel und Spechte. Verlassene Höhlen und Baumspalten dienen Fledermäusen als Quartier. Dieser Lebensbereich wird auf dem Tognethof zusätzlich noch mit Stein- und Asthaufen innerhalb der Streuobstwiesen gefördert und Nisthilfen erweitern die Brutmöglichkeiten für die Vögel.

Die Baumkronen ("Dachwohnung") bieten vielen Vogelarten Brutplätze. Garten- und Siebenschläfer suchen im Geäst nach Nahrung. Für eine Vielzahl von Insekten stellt das Blattwerk Nahrung und Lebensraum dar.
Altbäume einer Streuobstwiese sind ökologisch besonders wertvoll. Je älter ein Obstbaum wird, desto höher ist seine Bedeutung für die Natur.

Hecken

Auf dem Tognethof werden Niederhecken und Baumhecken auf einer Fläche von zwei Hektar gepflegt. Sie dienen als Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere und sind ein vernetzendes Element zwischen den verschiedenen Lebensräumen wie Magerwiesen, Feldobst, Wald und Kleinstrukturen. Sie bereichern die Kulturlandschaft des Tognethofs und erfüllen wichtige Aufgaben als vielfältiger Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Auf kleinstem Raum finden Tiere und Pflanzen unterschiedlichste Bedingungen vor. Hecken dienen zudem als Rückzugsorte und Trittsteinbiotope. Die naturnahen Hecken bestehen aus einer Vielfalt ausschliesslich einheimischer Gehölze. Im Kern sind Hecken mit hochstämmigen Bäumen und einem hohen Anteil an Dornensträuchern durchsetzt. Angrenzend an die Hecken wird auf dem Tognethof immer ein Krautsaum gepflegt. Er bildet die fliessende Übergangszone zwischen dem Kulturland und dem Gehölzstreifen und wird ab Juli mindestens einmal pro Jahr geschnitten.

Einzelbäume

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Der Tognethof war ab 1954 während 30 Jahren ohne festen Pächter und wurde weder wirtschaftlich genutzt noch im grösseren Stil melioriert. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass viele freistehende, prächtige Solitärbäume nicht der rationellen Bewirtschaftung wegen geopfert wurden. Neben Eichen und Buchen ist auch ein alter, freistehender Feldahorn erhalten geblieben.

Vögel

Im Jahr 2020 fand im Gebiet des Tognethofes eine Bestandesaufnahme der Vogelwelt statt. Dabei wurden an drei unterschiedlichen Daten von Ende April bis Ende Mai alle Vögel inventarisiert. Es konnten so 34 verschiedene Arten beobachtet werden. Unter den 34 Arten konnte auch ein Fitis beobachtet werden, der sich in der Kategorie "Verletzlich" auf der Roten Liste befindet.

Die verbreiteten und bekannten Vogelarten, wie Amsel, Blau- und Kohlmeise, Buchfink, Goldammer, Hausrotschwanz, Misteldrossel, Mönchsgrasmücke, Rabenkrähe, Ringeltaube, Star und Zilpzalp konnten an allen drei Beobachtungstagen entdeckt werden.

An zwei von drei Tagen konnten die Arten Buntspecht, Eichelhäher, Elster, Grünfink, Grünspecht, Hohltaube, Kleiber, Neuntöter, Rauchschwalbe, Rotkehlchen und Trauerschnäpper beobachtet werden.

An nur einem Beobachtungstag wurde die Arten Fitis, Gartenbaumläufer, Gartengrasmücke, Heckenbraunelle, Mäusebussard, Schwanzmeise, Sumpfmeise, Schwarzspecht und Turmfalke registriert. Von diesen Arten ist der Fitis auf der Roten Liste. Die Gartengrasmücke und der Turmfalke werden zwar nicht auf der Roten Liste geführt sind aber "Potenziell gefährdet" und somit nur ein Kategorie von der Roten Liste entfernt.

Hier kann kann die Zählung heruntergeladen werden: Vogel Inventar

Wildrosen

Der Jurapark Aargau, in welchem der Tognethof liegt, fördert unter vielem anderem auch Wildrosen. Wildrosen dienen Kleinsäugern, Vögeln und Insekten als Nahrungsquelle und auch als Versteck. Weiterführende Informationen findet sich in dem Faltblatt von Jurapark Aargau, das hier heruntergeladen werden kann: Faltblatt Wildrosen

Auf dem Gebiet des Tognethofes und in der näheren Umgebung finden sich vier unterschiedliche Wildrosenarten. Neben der Feld-Rose (Rosa arvensis) kommen auch die drei Hundsrosenarten Rosa canina, Rosa corymbifera und Rosa tomentella vor.